Osteuropa 2008 - Tag 23: Oradea - Ormoz

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Dienstag 22.07.08
Als wir am Morgen aus dem Fenster schauten, wurden wir in unserem Unterfangen das Land zu wechseln bestätigt, denn es war mal wieder (in den letzten Tagen für meinen Geschmack etwas zu oft) scheiss Wetter. Wir liessen uns dann etwas Zeit zum Aufstehen, denn wir rechneten mit einigermassen guten Strassen und viel Autobahn in Ungarn, so dass wir schneller vorwärts kommen sollten als auch schon. Ausserdem war ja da noch diese geschenkte Stunde der Zeitverschiebung. So war es nach 10, als wir aufgebrochen sind und kurz vor 10, als wir wieder in der Zivilisation, Entschuldigung in Ungarn waren. Irgendwie war der Grenzübergang aber ein riesen Schritt, auf einmal war alles viel gepflegter und es hatte viel weniger Verkehr. Wir liessen es uns natürlich nicht nehmen schnell in den Bahnhof Biharkeresztes hinein zu schauen. Dort standen dann auch ne leere 82er und 2 MAV-Wagen rum, beide warteten sie wohl auf den Gegenzug. Das Licht war jedoch, gelinde gesagt, bescheiden. Also fuhren wir los und erfreuten uns an den guten Strassen, auf dehnen man nun endlich wieder vorwärts kam. Hinter Püspökladany trafen wir auf die E-Piste, innerhalb kurzer Zeit kreuzten wir dabei einen Regio (Lok + Steuerwagen), einen Güterzug, einen IC und noch einen Regio. Gut was los dachten wir uns, und die Strecke war sogar auch etwas offener, als ich mir dies von Ungarn gewohnt war. Das Licht war jedoch unter aller Sau, und so blieben die Züge unfotiert. Kurz bevor wir auf die Autobahn trafen, fuhren wir dann noch die Tankstelle an um uns ne Vignette zu kaufen. Der Tankwart machte uns dann klar, dass er die Nummer vom Auto braucht. Wir gaben sie ihm, und bekamen eine Quittung, aber nichts zum Kleben. Etwas verdutzt verliessen wir die Tanke. Als wir dann die Autobahn erreichten, wurde uns klar wie das System funktioniert. Die Nummer wird nämlich in eine Datenbank eingetragen und die Fahrzeuge auf der Autobahn dann per Videoüberwachung überprüft. So steht dann auch an denn Strassen angeschrieben: Vignette - Videocontroll! Bei der Einfahrt, sahen wir dann auch schon die erste mobile Kamera, sie war auf einem Clio montiert. Das System fasziniert doch ein bisschen, scheint es doch das Fortschrittlichste in ganz Europa zu sein. Wir fragten uns jedoch, was sie mit Ausländer ohne Vignette machen, Busse hinterher schicken ist ja ziemlich aufwändig. Dies kann uns jedoch auch egal sein, denn wir hatten ja wie gesagt so ein Ding. Im Eiltempo strebten wir nun gegen Budapest, wo wir trotz viel Verkehr recht gut über die Umfahrung kamen. Kurz nach Mittag waren wir dann auch schon durch und wir hielten im bereits bekannten Gourmettempel zur Mittagsrast. Dummerweise wollten die da unser Plastikgeld nicht und ihr Spielgeld (man nennt es Forint, und es ist extrem wertig), hatten wir leider auch nicht dabei, da wir nur auf der Durchreise waren. Der nette Herr wollte dann aber auch Euro nehmen, dass Problem hierbei war, dass wir nur noch 12 Euros hatten, denn irgendwo hatten wir mal noch 70 verlocht, ich will jetzt nicht im meinen alten Wunden bohren und die Story nochmals hervorholen, aufmerksame Leser wissen jedoch wovon ich spreche ;). Nun gut mit den paar Euros erhielten wir dann immerhin ein BigMac Menu und sechs Nugets, das musste fürs erste reichen. Nachdem wir uns über den Essensberg gestürzt hatten, gings dann frisch gestärkt am Balaton vorbei in Richtung Ex-Jugoslawien. Kurz vor der Grenze wars dann Ende Feuer mit der Autobahn und wir querten die Kroatische Grenze auf der Hauptstrasse. Gleich hinter der Grenze beginnt die Autobahn jedoch wieder, und die Grenze auf der Autobahn scheint ebenfalls im Bau zu sein. Wir fuhren runter bis Cakovec wo wir noch einmal ein bisschen Kuna Kleingeld loswurden, beim Mauthäuserl versteht sich. Von Cakovec war es dann nicht mehr weit bis Slowenien. Allerdings verfuhren wir uns in der Stadt noch, und konnten an einem BÜ einen Triebwagen aus Varazdin beobachten. Nach diesem kurzen Intermezzo ging es dann rüber nach Slowenien. Gleich im Ortskern von Ormoz fanden wir dann das Hotel Ormoz. Es ist ziemlich herunter gekommen, jedoch sauber und mit vielen deutschen Programmen im TV. Kaum hatten wir unser Zimmer, waren wir dann aber auch schon wieder weg. Denn das Wetter riss auf einmal mächtig auf. So ging es zur längsten Geraden Sloweniens. Irgendwo kurz hinter Ormoz kannte Nil eine nette Stelle wo wir gleich mal den Regio vor einem Kloster machen konnten.
813-020 der SŽ zwischen Velika Nedelja und Oslusevci


Wir standen dann noch ein Weilchen da, doch die Sonne begann plötzlich abzusiffen. Auf einmal hörten wir dann auch noch was, dass irgendwie nach GM, irgend aber auch nach einem LkW tönte. Da wir an unserem Standort nicht mit Sonne rechnen konnten, entschlossen wir uns zu verschieben, denn ev. wars ja wirklich ein Güter. Kaum auf der Hauptstrasse, drehte ich den Kopf und sah durch die Häuserreihe Kisten fahren. Da ist er schon! Nil gab gas, lief aber auf einige Schleicher auf. Er meinte, dass es irgendwo eine Brücke gibt. Ich suchte sie im Navi und meinte sie gefunden zu haben. Wir steuerten sie also an, und waren gerade auf der Anfahrt auf einen BÜ, ich hatte nämlich die falsche Stelle erwischt, da rauschte der Zug vor uns durch. Das Licht hätte gepasst, und ev. wärs sogar mit Regenbogen im Hintergrund gegangen. Da das Wetter nun temporär wieder schlechter wurde, suchten wir die Strecke etwas nach Stellen ab. Dabei sahen wir einen Güter von hinten kommen, was leider voll gegen das Licht war, dass nun immer wieder aufflackerte. Beim nächsten Zug, einem Regio, regnete es dann auch, irgendwie schaffte es aber auch die Sonne auf den Zug zu streuen, so dass wir den Zug aus dem Auto heraus umsetzten.
813-041 der SŽ zwischen Ptuj und Moskanjci


Als dann der IC mit 711 kam, hatten wir eine Stelle, da das Licht auf der Geraden jedoch achsig war, entschieden wir uns für den Teleschuss.
711-004 der SŽ zwischen Ptuj und Moskanjci


Für den IC aus Budapest Deli. pu, wollten wir dann zum Partisanendenkmal, welches wir nach einigem Suchen fanden. Die Sonne schien dabei noch ein Weilchen zu halten, und so wollten wir beim Denkmal die rund 30 Minuten bis hin zum Zug noch warten, denn eventuell sollte ja noch ein Güter kommen. Beim Warten passierte mir dann noch der Lacher des Tages. Wir standen gerade am BÜ, da kam ein Traktor, ich wollte ihm ausweichen und trat einen Schritt zurück, dabei sank der eine Fuss etwas ein und ich dachte mir, dass es da ein kleines Loch in der Wiese hat. Komischerweise schien sich dann aber der Boden unter mir aufzutun, und ich rutschte immer weiter ab, WTF dachte ich. Als ich dann stoppte, war die Strasse gerade so auf Augenhöhe. Nil sah mich an und konnte sich fast nicht mehr halten vor lachen. Was war passiert? Nun es gab neben der Bahn einen Abflussgraben, der mittels Röhre unter der Strasse durchgeführt wird, der ist aber etwas zugewachsen und so übersah ich dass es hinter mir runter geht. Etwas weniger lustig als diese Aktion war dann, dass kurz vor dem IC Wolken aufzogen und der Zug nicht mehr im Licht kam (Da wir das Motiv später noch bei Sonne nachholten, erspar ich euch das Foto fürs erste). Etwas enttäuscht, fuhren wir dann nach Ptuj wo wir noch etwas essen wollten. Viel ist in diesem Kaff jedoch nicht los, und so fanden wir nur einen Döner- und einen Hamburgerstand, an denen wir uns dann auch verpflegten. Schliesslich gings zurück ins Hotel, wo noch ein bisschen Elton vs. Simon geschaut und auf besseres Wetter gehofft wurde.

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