Osteuropa 2008 - Tage 33 und 34: Weiden - Summerau - Weiden - Freienbach

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Freitag 01.08.08
Am letzen Fototag unserer "Tour" hiess es früh aufstehen. Zwar klingelte der Wecker "erst" um 5.00 Uhr, aber wenn man nicht vor zwölf ins Bett kommt, ist die Nacht doch kurz. Geplant war, dass wir in Summerau "Zweistrom"-Laminatkas fotografieren und dann in Richtung Sumava wechseln. Auftakt sollte aber der EX 101 "Joze Plecnik", gezogen von einer 1216 sein. Irgendwie hatte ich mich aber beim Kalkulieren der Fahrzeit vertan. Nach einer etwas eintönigen Autobahnfahrt nach Passau, nur gestört durch das regelmäßige Atmen meiner beiden Mitfahrer :-) und das peep der Tankanzeige, machten wir kurz einen Frühstückshalt bei einem Vertreter der Systemgastronomie und fuhren dann durchs schöne Donautal. Spätestens hier wurde mir klar, dass meine Rechnung nicht aufgehen würde. Schnell wurden erreichbare Alternativstellen auf der Karte analysiert und so landeten wir in St. Georgen an der Gusen, zwischen Linz und Mauthausen gelegen. Hier platzierten wir uns rund um den Haltepunkt. Durch einen beherzten Sprint hatte ich noch rechtzeitig den Fotopunkt erreicht um den gerade durchfahrenden Gz mit der 1044 009 zu fotografieren. Leider blieb keine Zeit mehr die Kamera richtig einzustellen. Somit ist das Ergebnis etwas zu hell geraten. Nun galt es auf den Ex zu warten, der sich auf der eingleisigen Strecke soviel Zeit ließ, dass er am nächsten Kreuzungsbahnhof noch den City Shuttle von Linz durchlassen musste. So kam er mit gut 25 min. Verspätung, bespannt mit 1216 236, endlich um die Kurve.
1216 236 der ÖBB in St. Georgen an der Gusen


Durch die verzögerte Anfahrt und die Verspätung des "Joze Plecnik" war es nun fast Mittag geworden und wir hatten erst ein Motiv im Kasten. Auf dem Weg nach Summerau kam uns dann noch zu allem Überfluss eine Doppelbespannung 1044/1144 vor einem Gz entgegen. Schön anzuschauen, doch fotografieren wäre uns bedeutend lieber gewesen. Nächstes Objekt der Begierde war der Sp 1931 von Ceske Budejovice, welcher um 13.22 Uhr in Summerau eintreffen sollte. Bei der Suche nach einem geeigneten Fotoplatz konnte mein Golfi mal wieder seine unschlagbaren off-road Qualitäten unter Beweis stellen. Pünktlich kam dann 340 055-3 an uns vorbeigerollt.
340 055 der ČD zwischen Horní Dvoriste und Summerau


Übrigens ist die Fotostelle, wie wir dann bei der Rückfahrt herausfanden, sehr schön und schnell über einen Feldweg zu erreichen und wir hätten uns das Gehoppel vom Hinweg locker ersparen können *grrr*. Wir wollten uns gerade auf den Weg nach Deutsch Hörschlag machen, als Pascal bemerkte, dass am nahegelegenen "nicht öffentlichen Bahnübergang" die Schranken wieder geschlossen waren. Also raus aus dem Auto und die lange Gerade Richtung Tschechien geblickt. Ein grosser Scheinwerfer an einer grün-beigen Lok, es nahte die "Hummel" 771 103-9 mit einem Gz aus dem Grenzbahnhof Horni Dvoristé.
771 103 der ČD zwischen Horní Dvoriste und Summerau


Nette Erkenntnis am Rande, besagter nichtöffentlicher BÜ ist durch Lichtzeigen und Schranke gesichert, der öffentliche etwas weiter vorne nur durch ein Andreaskreuz! Noch Fragen?!?!? Wir wollten weiter nach Deutsch Hörschlag um dort mögliche Stellen für den Os am Nachmittag zu erkunden. Danach sollte es nach Rybnik zur Nebenbahn nach Lipno gehen, dabei kamen wir an eine kleine Grenze, bei der nur ein Schild darauf hinwies, dass wir alsbald die Grenze überschritten.
Deutsch Hörschlag


Auf der Nebenbahn erwischten wir den Os 20907 von Lipno zwar noch rechtzeitig, doch dann war die Sonne weg. Da die Strecke ohne hin recht verwachsen war, gab es kein brauchbares Bild vom kurzen Zug mit der 210 026-1. Als ich das letzte mal hier war, waren die Loks noch grün und hörten auf 110 oder 113 :-) ... so ändern sich die Zeiten. Die "Verpackung" ist geblieben, nur der "Inhalt" ist ein anderer. Für uns gings zurück nach Deutsch Hörschlag um für den Os 8531 Horni Dvoristé - Summerau Position zu beziehen. Eine Stelle hatten wir ja schon ausgekundschaftet, doch nun begann das Wolkenlotto. Es hatten sich nämlich nicht nur dicke Quellwolken gebildet, nein auch ein Gewitter war im Anzug. Leider verloren wir bei dem Spiel und so kam 340 049-6 in etwas mauem Licht.
340 049 der ČD zwischen Horní Dvoriste und Summerau


Bei der Rückleistung kurz darauf hatten wir dann mehr Glück und die 340 kam mit ihrem Os gerade noch in der Sonne, schon abgebügelt über die Systemgrenze nach Tschechien gerollt.
Baureihe 340 "Laminatka" der ČD zwischen Horní Dvoriste und Summerau


Nachdem die Bilder im Kasten und die Sonne verschwunden war, machten wir uns auf den Weg nach Nova Pec. Hier wollten wir den Os mit Bardotka und Doppelstockwagen aufnehmen. Vorher hiess es aber noch Tanken und dann kam der große Regen. Beides kostete uns Zeit, sodaß die Anfahrt ein richtiges Nervenspiel wurde... schaffen wir es??? Kommt die Sonne noch vor??? Ersteres ja, letzteres nein, wie die Aufnahme von 749 134-3 belegt.
749 134 der ČD in Nová Pec


Zum Abschluss schauten wir dann noch in Volary vorbei, einem typischen kleinen Provinzbahnhof mit K.u.K. Charme und viel Betrieb. Im kleinen Bw wartete mit der ersten blauen 742 die wir sahen eine nette Überraschung auf uns. Wir waren kaum ausgestiegen, da kam auch schon ein netter Eisenbahner auf dem Fahrrad und führte uns ins Bw. Schliesslich, so machte er uns in Zeichensprache klar, sei das Licht doch von der anderen Seite viel besser! Wir haben uns riesig gefreut, uns recht herzlich bedankt und 742 440-1, 742 439-3 und 751 089-4 aus verschiedenen Positionen abgelichtet.
742 440 der ČD in Volary


742 439 der ČD in Volary


751 089 der ČD in Volary


751 089 der ČD in Volary


Danach wollte Nil noch am Bahnhof wegen den Kursbüchern fragen, da der Bahnhof recht klein war, hatte ich eigentlich keine Hoffnung, dass wir welche bekommen würde, ausserdem war meinen Kronenvorrat mittlerweile auf ein Minimum geschrumpft. Als wir dann den Fahrkartenschalter betraten, gab man uns sofort zu verstehen, dass wir hier keine Fahrkarten kriegen. Als wir dem Herrn am Schalter dann zu verstehen gaben, dass wir Kursbücher wollen, meinte er dies sei kein Problem. Da die Dinger nur je 10 Kronen kosteten, reichte mein Vorrat dann auch an Kronen dann auch, damit jeder von uns drei eines bekam. Zumindest der Nachmittag war damit nahezu perfekt gelaufen. Auf dem Weg zum Grenzübergang verschlug es uns schliesslich noch nach Stozec. Dort wurden wir auf eine gemütlich vor sich hinrauchende 310, eine abgestellte 720 und einige Museumswagen aufmerksam.
720 139 der ČD in Stozec


Während wir diese anschauten, lief am neu gebauten Haltepunkt die Büsche nach Nové Údoli ein. Wir wissen bis jetzt noch nicht womit, aber wir hatten irgendwie den Unmut der Triebwagenführers erregt. Er blinkte wie wild mit dem Fernlicht und hielt seinen Triebwagen sogar noch hinter uns an. Hätte er mit Blicken töten können, wir hätten den Tag nicht überlebt. Unwissendlich hatten wir die "Büchse des Pan Dorra" geöffnet…
720 139 der ČD in Stozec


Wir setzten uns dann ins Auto und düsten, mit Ausnahme eines kleinen Zwischenstopp bei einem Systemgastronomen, auf direktem Weg nach Hause, wobei wir immer wieder Ausschau hielten, ob die Büchse des Todes nicht hinter uns her war.
Am späteren Abend erreichten wir dann wieder Weiden. Beim Abendessen war es dann Zeit ein Fazit zu ziehen: Die Tage in Weiden waren ein gelungener Abschluss unserer fünfwöchigen Reise durch den Osten. Zwar war das Wetter nicht immer so toll, wie wir uns die gewünscht hätten. Dadurch konnten wir nicht ganz alle Motive umsetzen, die wir gerne umgesetzt hätten, dies gibt jedoch Anlass zu einem späteren Zeitpunkt wieder einmal beim Herrn Hofbauer vorbei zu schauen.

(Bericht: Christof Hofbauer)


Samstag 02.08.08
Der letzte Tag unserer Reise begann um 8:10 am Bahnhof in Weiden. Christof und Sabine brachten uns zum Bahnhof in Weiden, wo wir den 610er nach Nürnberg bestiegen. Christof hatte noch angeboten, uns nach Neustadt (Waldnaab) zu fahren, da der 610er dort begann. Wir schlugen das Angebot dann aber dankend aus. Bei der Ansammlung an Leuten auf dem Bahnsteig in Weiden wars es aber fraglich, ob Christofs Vorschlag sich nicht doch gelohnt hätte. Wir fanden dann aber trotzdem ein freies Abteil. Nach gut einer Stunde waren wir dann in Nürnberg, wo wir rasch umstiegen, um uns noch zwei freie Plätze im 612er nach Lindau zu sichern. Die Fahrt nach Lindau war dann auch (Achtung Ironie) das Highlight des Tages. Knapp vier Stunden verbrachten wir im randvollen 612er, dann waren wir endlich in Lindau und froh wieder einmal die Beine bewegen zu können. In Lindau suchten wir dann noch den Systemgastronomen auf, der beim letzten Besuch geschlossen war. Da ich gerade die Kasse mit einem Azubi erwischte, musste Nil lange auf sein Essen warten, so dass es mit der Zeit plötzlich knapp wurde. Ich ging dann schon mal vor zum Bahnhof und kaufte die Tickets. Dabei erklärte man mir am Schalter, dass es am billigsten kommt, wenn man ein Ticket des Verkehrsverbund Voralberg löst. Bei der SBB sagt einem das Niemand, wahrscheinlich können die das nicht mal verkaufen, wobei es auch fraglich ist, ob die Tickets im EC gültig sind. Somit wäre auch gesagt, dass wir mit dem Regio der ÖBB, einem Talent, und nicht mit dem EC, nach St. Margrethen gefahren sind. Von dort gings mit dem RE weiter nach St. Gallen. In St. Gallen trennten sich dann die Wege von Nil und mir. Er macht sich auf den Weg nach Zürich, wo er noch seinen Chef zur Jobübergabe traf. Währenddem ich mit dem Voralpen Express nach Rapperswil gefahren bin, wo ich die S40 nach Freienbach bestieg. Am 2.8.2008 um 16:18 war ich dann in Freienbach SOB und das Abenteuer Osteuropa 2008 nach knapp fünf Wochen definitiv zu Ende.

Zum Schluss möchte ich nochmals allen Danken, die uns auf dieser Reise in irgendeiner Form unterstützt haben. Einen speziellen Dank geht dabei an Christof, der uns bei sich zu Hause Asyl gab, ja sogar wegen uns auf der Couch schlief. Danke Chris die Tage bei dir waren eine Bereicherung! Gerne komme ich mal wieder. Nicht zu vergessen ist dabei auch Sabine, die bei Christof zu Hause schaute, dass der Haushalt lief und wir immer etwas zu Essen hatten, als wir nach Hause kamen. Auch nochmals Danken möchte ich Jan Luckner, der uns beim Aufenthalt auf der Likabahn mit Infos versorgte.

Tja das wars nun wirklich von der Tour. Ich hoffe die knapp 300 Bilder haben euch genau so gefallen wie die vielen Anekdoten, die wir von den fünf Wochen mitgebracht haben. Als endgültiger Abschluss bleibt mir nun noch etwas Statistik zu betreiben. Wir waren 34 Tage unterwegs und legten dabei rund 10'000 km zurück. Dies grössten Teils mit dem Auto, einige Teilstrecken aber auch im Zug. Insgesamt fuhren wir durch 12 Länder (Schweiz, Lichtenstein, Österreich, Italien, Slowenien, Kroatien, Bosnien, Serbien, Rumänien, Ungarn, Deutschland und Tschechien), wobei wir in 11 davon 18 EVU fotografiert haben. Wir haben in 13 verschiedenen Unterkünften übernachtet. Der nördlichste Punkt unserer Reise war Plzen (CZ, 49° 44′ N), der südlichste Split (HR, 43° 30′ N), der westlichste Zürich (CH, 8° 31' O) und der östlichste Brasov (RO, 25° 37′ O). Am höchsten waren wir auf dem Sellajoch (I, 2244 m. ü. M.), am tiefsten an der adriatischen Küste bei Sibenik und Split (HR, 0 m. ü. M.).

ENDE

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